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Ídöjárás - Düsseldorf
2008.01.10 Konzertprogramm Variations of a Double
10. Januar 2008, 20:00 Uhr

Lajos Rozmán, Klarinette (Ungarn)
Martin Tchiba, Klavier (Deutschland)

Alte Feuerwache Köln
Melchiorstraße 3
50670 Köln
Telefon +49 (221) 973155-0
info@altefeuerwachekoeln.de

Das Konzertprogramm Variations of a Double beleuchtet schlaglichtartig das zeitgenössische Musikleben in Ungarn. Es nimmt einerseits Bezug auf die Anfänge („Studio Neue Musik Budapest“) und enthält andererseits auch Werke, die aus den letzten Jahren stammen. Im Programm erklingen mehrere deutsche Erstaufführungen.

Das legendäre „Új Zenei Stúdió Budapest“ (= Studio Neue Musik Budapest) war eine Werkstatt in Budapest, der zwischen den siebziger und den neunziger Jahren eine Reihe bis heute bedeutender ungarischer Komponisten angehörten (Peter Eötvös, László Sáry, Zoltán Jeney, László Vidovszky u.a.), ein Forum für Neue Musik, das auch in Zeiten politischer Unterdrückung maßgeblich dazu beigetragen hat, die musikalische Avantgarde in Ungarn international zu verankern.

Die damals jungen Komponisten und Interpreten betraten, vom Staat halbwegs geduldet, absolutes Neuland und mussten sich auch ihr Handwerk selbst erarbeiten, als sie mit kompositorischen und interpretatorischen Aufgaben konfrontiert wurden, deren Lösung sich nicht aus der traditionellen Musik-Ausbildung ableiten ließ. Aus der Not wurde Tugend, eine sehr kreative Antwort auf diese Herausforderung: Die „Übungen zum kreativen Musizieren“ des Komponisten László Sáry entstanden. Die seitdem systematisierte Sammlung an „Gyakorlatok“ (= „Übungen“) versteht sich heute als eine Art Didaktik der Neuen Musik (als Buch soeben erschienen beim Pfau Verlag, herausgegeben und für den deutschsprachigen Raum adaptiert vom Pianisten Martin Tchiba). Die Übungen gehen teilweise auf die Aufgaben zurück, die sich den Interpreten beim Einstudieren neuer Werke im „Studio Neue Musik Budapest“ stellten. Die Sammlung erfreut sich mittlerweile international immer größer werdender Aufmerksamkeit und enthält eine Reihe einfacher bis sehr komplexer „Übungen“, die – auf höchster Ebene ausgeführt – improvisativen Vortragsstücken gleichkommen. Einige von ihnen werden – auch als Hommage an das Studio Neue Musik Budapest – im Rahmen dieses Konzertprogramms in einer Konzertversion aufgeführt. Zum anderen liefert der konzertante Hinweis auf die Sáry-Methode gerade nach dem Kodály-Jubiläumsjahr 2007 eine willkommene Auffächerung des Bildes über das Musikleben in Ungarn, da diese „Übungen“ sich auch aus neueren Wurzeln nähren.

Mit László Sáry, Zoltán Jeney und Pál Károlyi erklingen Werke dreier profilierter Komponisten, deren Lebenswege im Neue-Musik-Leben Ungarns exemplarisch sind. Pál Károlyis „Meditazioni“ zählen in Ungarn heute beinahe zu den „Klassikern“ dieser Besetzung, während mit Zoltán Jeneys 2005 entstandenen „Canone enigmatico“ ein aktuelles Werk im Programm steht. Das auf Zirkularatmung basierende, 6-minütige Werk von Jeney wurde durch Lajos Rozmán uraufgeführt. László Sáry ist mit einem weiteren, dem Duo Rozmán-Tchiba gewidmeten Werk im Programm vertreten.

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